Zapfenpflücker in den höchsten Wipfeln: Ernte und Aufbereitung des Saatguts der Weißtanne

Datum: 11.09.2018
Kategorie: Waldwissen

Tannenzapfen kann man auf dem Waldboden finden? Nein! Die Zapfen, die vor allem Kinder gerne sammeln, stammen von Fichten oder Kiefern. Die Zapfen der Weißtanne, lateinisch Abies alba, wachsen im Unterschied zu denen anderer Nadelhölzer am letztjährigen Trieb auf der Oberseite der Äste und stehen aufrecht. Im Laufe des Herbstes zerfallen die Zapfen komplett am Baum und nur die Mittelspindel bleibt übrig.
Deshalb bleiben für die Ernte der ausgereiften Samen auch nur ungefähr 3 Wochen im September oder Oktober, bevor die Zapfen austrocknen.

#1 Zapfenpflücker ernten Saatgut der Weißtannen: Akrobatik in den Tannenwipfeln

Geerntet werden die Tannenzapfen von Zapfenpflückern, das sind oft Forstwirte mit spezieller Ausbildung, die zur Ernte in die Baumwipfel klettern.
Die Weißtanne ist bei Zapfenpflückern besonders beliebt, da die grünen Zapfen fast alle in der abgeflachten Kronenspitze hängen. So müssen die Zapfenpflücker die Äste nicht mühsam herunterziehen und können von einem Standpunkt aus große Mengen ernten.

Eine Ernte lohnt sich erst, wenn bei einer Zapfenschnittprobe mindestens 20 volle Körner in der Schnittfläche sichtbar sind, also ungefähr alle zwei bis drei Jahre. Die Erntemenge unterliegt starken mastbedingten Schwankungen. Ertragreiche Mastjahre gibt es dann, wenn die Witterung im Juni des Vorjahres besonders heiß und trocken war. Eine sogenannte „Vollmast“, bei der in gut bekronten Bäumen um die 300 Zapfen hängen, kommt nur alle sechs bis acht Jahre vor.

#2 Zapfenpflücker ernten Saatgut der Weißtannen: Ernte nach dem Forstvermehrungsrecht

Für das Saatgut der Weißtanne gilt das Forstvermehrungsrecht (FoVG). Demnach sind Ernten nur in bestimmten Beständen erlaubt, wenn das Vermehrungsgut vertrieblich vermarktet werden soll. Die Voraussetzungen für zugelassene Bestände sind überdurchschnittliche Qualitätseigenschaften und Wuchsleistung und ein guter Gesundheitszustand. Außerdem müssen die Bäume mindestens 70 Jahre alt sein und der Bestand muss mindestens 1 Hektar groß sein.

Die Ernte der Zapfen darf nur unter hoheitlicher Aufsicht, also unter Aufsicht der zuständigen Behörde, erfolgen. Dabei werden Herkunftsort und Erntemenge bestätigt und ein Stammzertifikat ausgestellt. Nur mit dieser urkundlichen Bescheinigung ist die Vermarktung des Saatguts zulässig.

Beim forstlichen Anbau der Weißtanne ist es entscheidend, dass die Herkunft des Saatguts an den Standort angepasst ist, da verschiedene Eigenschaften wie Wuchskraft und Anpassungsfähigkeit genetisch fixiert sind. So ist es möglich, leistungsfähige und stabile Bestände zu erreichen.

#3 Zapfenpflücker ernten Saatgut der Weißtannen: Aufbereitung des geernteten Saatguts

Durch die frühe Ernte enthalten die Zapfen sehr viel Wasser und müssen mehrere Wochen luftgetrocknet werden und nachreifen. Eine Überhitzung oder Verpilzung wird verhindert, indem die Zapfen gut belüftet und regelmäßig umgeschaufelt werden.
Teilweise zerfallen die Zapfen in diesem Prozess. Für die maximale Saatgutausbeutung werden die Tannenzapfen aber in einer Mühle weiter zerkleinert, danach geklengt (d.h. Nadelholzsamen werden gewonnen) und anschließend maschinell gereinigt.
Aus ca. 50-100 kg Zapfen erhält man von einem „guten“ Baum zwischen 6 und 12 Kilogramm reines Saatgut. Nach der Aufbereitung lässt es sich im Kühlhaus bei -5 Grad 4 – 5 Jahre lang keimfähig lagern.
Aus einem Kilogramm gereinigter Samen können zwischen 3.000 und 6.000 Pflanzen gezogen werden.

Damit die auf den Boden fallenden Samen in der Natur nicht zu schnell keimen und die jungen Sämlinge dann im Winter erfrieren, enthält die Schale der Weißtannen-Saat ätherische Öle zur natürlichen Keimhemmung. Vor der Aussaat im Pflanzenbeet oder im Wald muss diese deshalb durch Stratifikation abgebaut werden. Dafür werden die Samen einen Tag lang gewässert und dann bei +3 Grad über sechs bis acht Wochen feucht gehalten.

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