Vorbereitungen für den Winter im Forst

Datum: 09.11.2020
Kategorie: Forstarbeit, Waldwissen

Der Herbst und Winter stellen eine besondere Herausforderung für Mensch und Natur dar. Es gilt den Elementen zu trotzen: Beschwerliche Lichtverhältnisse, Kälte, Glätte, Schneefall und Nässe. Tiere begeben sich in den Winterschlaf, fliegen gen Süden und Bäume verlieren nicht nur ihre Blätter, sie stellen auch ihr Wachstum ein. Doch genau diese Umstände der kalten Jahreszeit bieten auch Vorteile bei der Holzernte. Wieso das so ist und welche Sicherheitsregeln besonders zu beachten sind, wollen wir euch erläutern, sodass ihr bestmöglich auf den Winter im Forst vorbereitet seid.

#1 Vorbereitungen für den Winter im Forst: Vorteile der Winter-Ernte

Der Winter bietet für Forstarbeiter mehr als nur die harsche Witterung. Neben wunderschönen Landschaften gibt es tatsächlich auch handfeste Vorteile der Winter-Saison, die für die Forstwirtschaft eine enorme Bedeutung haben. Nicht umsonst werden zum Beispiel Laubhölzer vor allem im Herbst und Winter geerntet.

Der Insekten- und Pilzbefall nimmt im Winter, sofern dieser nicht zu mild ist, deutlich ab und die Holzqualität steigt. Auch wenn sich das wärmere Klima der letzten Jahre leider negativ auf die guten Bedingungen im Herbst und Winter ausgewirkt hat, bleiben viele Vorteile der kalten Saison weiterhin von Bestand. Zusätzlich sorgt der geringere Wasseranteil der Bäume – bzw. speziell der Stämme – für eine bessere Holzqualität.

Erfreulich ist auch der erhöhte Schutzfaktor für Mensch und Wald. Forstarbeiter profitieren von fehlenden Blättern, welche die Sicht und Beurteilung von Baumkronen erschwert haben. Auf der anderen Seite profitiert die Natur durch Schnee und Frost von weit geringeren Einflüssen auf Boden und Forstwege, die noch in den wärmeren und nassen Monaten durch Forstmaschinen und den Holztransport verursacht wurden.

#2 Vorbereitungen für den Winter im Forst: Forstausrüstung & Werkzeugwartung

Auch wenn die Kälte des Winters positive Effekte auf die Holzernte hat, so sollten die Gefahren und Schwierigkeiten dennoch nicht außer Acht gelassen werden. Hierbei gilt es sowohl bei der Arbeit im Forst als auch bei der Gerätewartung besondere Vorsicht walten zu lassen.

Detaillierte Tipps zur Gerätewartung findet ihr im entsprechenden KOX Blogbeitrag. Wir zeigen euch zum Beispiel, wie ihr eure Geräte korrekt lagert und welche Verschleißteile ihr regelmäßig austauschen solltet.

Als oberstes Gut sollte auch die Gesundheit der Forstarbeiter während der kalten Monate im Fokus stehen. Die passende Winterschutzbekleidung darf daher an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Sie schützt euch vor Kälte, Nässe und potenziellen Verletzungen. Und sieht dazu auch noch schick aus! Im Wald auch bei Dämmerung, Schneesturm oder trübem Winterlicht gut sichtbar zu sein, sollte für jeden Forstarbeiter selbstverständlich sein. Nicht umsonst sind Signalfarben Pflicht. Freunde und Kollegen, oder im schlimmsten Fall Rettungskräfte, können euch so selbst im Schneegestöber nicht übersehen.

Es lohnt sich, bei der Suche nach Funktionsunterwäsche, bequemen Handschuhen oder einem Helm etwas Zeit und Geld zu investieren, um höchsten Ansprüchen zu genügen. Schnittschutzstiefel und Schnittschutzhosen runden das Gesamtbild ab, während eine mobile Arbeitsleuchte euch bei entsprechender Witterung das dringend nötige Licht bringt.

#3 Vorbereitungen für den Winter im Forst: Sicherheit bei winterlicher Forstarbeit

Eure Schutzkleidung und eine gute Ausrüstung sind vor allem während dieser schwierigen Bedingungen enorm wichtig! Schließlich erwarten euch im Winter unter Umständen heftige Schneefälle, tückische Glätte und gefährliche Kälte, die eurer Gesundheit im schlimmsten Fall schaden könnten. Schneeketten auf den Fahrzeugen sowie genug Licht zur sicheren Verrichtung der Arbeit sind, genauso wie die korrekte Schutzbekleidung, unerlässlich. Entsprechend solltet ihr eure Ketten pflegen, euch rechtzeitig ausrüsten und bei Lampen neben dem Funktionstest auch an potenzielle Ersatz-Akkus oder -Lampen denken.

Am Ende kommt es also vor allem auf eines an: umsichtiges Handeln mit und in der Natur. Wenn der Schneefall zu stark wird, dann ist es sicherer, die Arbeit zu pausieren oder auf den nächsten Tag zu verschieben. Denn, wenn Äste, Baumteile oder sogar ganze Bäume unter der Last des vielen Schnees abbrechen, abknicken oder umstürzen, solltet ihr nicht in der Nähe sein. Darüber hinaus solltet ihr nie allein in den Winterwald gehen. Die Arbeit zu zweit ist zwingend notwendig, um sich gegenseitig abzusichern. Vier Augen nehmen mehr wahr als zwei und im Ernstfall ist direkt jemand vor Ort, der Erste Hilfe leisten kann. Wir empfehlen euch zusätzlich die Kurse hierzu regelmäßig aufzufrischen, um im gegebenenfalls richtig handeln zu können. Beachtet ihr alle Tipps und handelt umsichtig, seid ihr im Fall der Fälle gerüstet.

Sollten doch weitere Rettungskräfte benötigt werden, so gibt es mittlerweile Apps, die euch in dieser Situation behilflich sein können. Sogenannte Rettungspunkte im Wald sind in den Apps wie „Hilfe im Wald“ vermerkt und helfen euch bei der Orientierung. Diese sind fester und wichtiger Bestandteil des Konzeptes „Rettungskette Forst“ und in ganz Deutschland verteilt.

 

 

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