Trockenheit im Forst 2018: Ursachen und Maßnahmen bei Dürre nach dem Jahrhundertsommer

Datum: 20.11.2018
Kategorie: Waldwissen

Der Klimawandel wird spürbar: Dieses Jahr war der Sommer so heiß und trocken, dass er sogar das Jahr 2003 als Jahrhundertsommer überholt hat. Kaum Niederschläge und hohe Temperaturen können aber Schäden und wirtschaftliche Einbußen für Wald und Forstwirtschaft zur Folge haben.

#1 Ursachen und Maßnahmen bei Trockenheit im Forst: Gefahren von Trockenheit und Dürre im Wald

Bei Trockenheit ist zunächst einmal die Waldbrandgefahr erhöht. Hunderte Hektar brannten dieses Jahr in Deutschland, was zu enormen finanziellen Verlusten in der Forstwirtschaft führt.

Darüber hinaus können Bäume bei Trockenheit durch verschiedene Gründe absterben.
Wenn die Wassersäule zwischen Wurzel und Blättern durch zu geringe Wasserzufuhr unterbrochen wird und Luft eindringen kann, entstehen sogenannte Embolien, also Gefäßpropfen. Außerdem schließen Bäume ihre Spaltöffnungen – also die Poren, die Sauerstoff abgeben und Kohlenstoffdioxid aufnehmen -, wenn sie nicht ausreichend Wasser bekommen. Dadurch werden die Photosynthese und das Wachstum stark eingeschränkt und der Baum kann im schlimmsten Fall verhungern, Wipfel oder ganze Bäume sterben ab.

In diesem Jahr sind bis zu 500 Millionen junger Pflanzen auf Deutschlands Forstflächen vertrocknet, fast eine gesamte neue Waldgeneration fällt damit weg. Die abnehmende Vitalität der ausgedörrten Bäume führt außerdem zu Frostschäden oder erhöhtem Schädlingsbefall. Noch dazu bietet Trockenheit vielen pflanzenfressenden Insekten optimale Entwicklungsbedingungen.

#2 Ursachen und Maßnahmen bei Trockenheit im Forst: Folgen des Klimawandels abhängig von Baumsorte

Manche Bäume werden mit Dürreperioden besser fertig als andere. Die Buche zum Beispiel kann ihren Wasserverbrauch auf ein Zehntel reduzieren und sich so vor dem Austrocknen schützen. Die Douglasie aus Nordamerika fühlt sich auch an trockenen Standorten wohl und Kiefern bilden je nach Trockenheit kürzere Nadeln aus. Fichten dagegen haben nur bei viel Niederschlag mit Hitze kein Problem. Laubbäume mit großen Kronen bilden zwar oft tiefe Wurzeln und sind deshalb Trockenheit gegenüber resistenter als Verjüngungen oder Nadelbäume. Dafür sind sie mit ihrer großen Angriffsfläche bei Stürmen jetzt im Herbst stärker gefährdet.

Die beste Widerstandskraft gegen Folgen des Klimawandels wie extreme Trockenheit oder heftige Stürme erreicht man also, indem Mischwälder gepflanzt werden. Der dürreresistente Wald der Zukunft wird anders aussehen als die überwiegend von Nadelbäumen geprägten Wälder heute.

#3 Ursachen und Maßnahmen bei Trockenheit im Forst: Waldbestände vor Folgen von Trockenheit schützen

Mit waldbaulichen Maßnahmen lassen sich die Schäden durch Trockenheit nur bedingt eindämmen. Jedoch bieten der Wechsel zu geeigneten Baumarten wie Buche, Esche oder Bergahorn und die bereits erwähnten Mischwälder eine bessere Resistenz gegenüber Klimakatastrophen.

Viele Forstverbände fordern eine direkte finanzielle Förderung, damit Waldeigentümer ihre Forstflächen richtig bewirtschaften können und so das Ökosystem Wald auch in Zeiten des Klimawandels erhalten bleibt.

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2 comments

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  1. Olaf Späth sagt:

    Hallo. Die Esche kann weiß Gott nicht mehr als alternative Baumart aufgrund des Klimawandels empfohlen werden, da sie fast überall vom Eschentriebsterben betroffen ist und bereits in jungen Jahren abstirbt. Man sollte hier eher die Eiche oder auch die Douglasie nennen.

    1. Kundenservice sagt:

      Vielen Dank für den Hinweis, Olaf!

      Viele Grüße
      dein KOX Team