Tipps Zertifizierungen im Forst: Dadurch zeichnen sich die beiden Siegel FSC und PEFC aus

Datum: 26.06.2018
Kategorie: Waldwissen

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Stichwort in der heutigen Welt – vor allem, wenn es um Wälder und damit direkt um die Natur geht. Nicht nur Verbraucher möchten wissen, woher das Holz und die daraus produzierten Produkte stammen. Auch als Waldbesitzer ist es von Vorteil, sich mit nachhaltiger Forstwirtschaft zu beschäftigen. Nachgewiesen werden kann eine solche Bewirtschaftung durch ein geeignetes Zertifikat.

International anerkannt und auch in Deutschland am weitesten verbreitet sind hauptsächlich zwei Siegel: FSC („Forest Stewardship Council“) und PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“).

#1 Zertifizierungen im Forst: Vorteile der Siegel für Verbraucher und Waldbesitzer

Zertifizierungssysteme im Forst sollen die biologische Vielfalt und die Wälder schützen und die Herkunft für den Endverbraucher nachvollziehbar machen. Sowohl FSC als auch PEFC achten auf eine für die Waldgröße angemessene Betriebsplanung, ein nachhaltiges Bewirtschaftungsniveau, die Etablierung standortgerechter Baumarten und die optimale Verwendung natürlicher Rohstoffe. Für Waldbesitzer ergibt sich durch die Zertifizierung ein größerer Absatzmarkt, da eine spezifische Nachfrage der Kunden erfüllt werden kann: Heimisches und zertifiziert nachhaltiges Holz. Allerdings ist das Zertifizieren erst ab einer gewissen Größe sinnvoll, Besitzer kleinerer Waldstücke bis ca. 100 qm können aber auch einem forstwirtschaftlichen Zusammenschluss beitreten.

#2 Zertifizierungen im Forst: FSC mit Fokus auf Naturschutz und Völker

Der FSC ist eine unabhängige gemeinnützige nichtstaatliche Organisation und teilt sich in drei Kammern, um drei Hauptziele zu verfolgen: ökologisch nachhaltige, sozial förderliche und ökonomisch rentable Bewirtschaftung von Wäldern. Konkret geht es dabei vor allem um eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft, den Schutz und zur Wahrung der Rechte indigener Völker, also Nachfahren der Erstbesiedler einer Region wie beispielsweise bestimmten Tropengebiete im Amazonas. Dafür wurden zehn international verbindliche Prinzipien und 56 Kriterien mit konkreten Standards aufgestellt. Das Siegel erhalten können sowohl entsprechend bewirtschaftete Wälder, als auch Produkte wie Holz- oder Papierwaren. Wenn alle Regeln eingehalten werden, wird das Gütesiegel in einem Verfahren mit acht Schritten vergeben und ist für fünf Jahre gültig. Außerdem gibt es jährliche Kontrollen durch unabhängige Prüfer. Die Kosten für die Zertifizierung sind abhängig von der Betriebsgröße und der Dokumentation der Bewirtschaftung und bewegen sich zwischen 0,50 € und 0,80 € pro Hektar Wald und Jahr. In Deutschland sind mit knapp über einer Million Hektar ca. 10 % der Waldfläche FSC-zertifiziert. Das FSC-Siegel zeichnet sich durch aufwändige und transparente Zertifizierungsverfahren aus und wird von Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie Greenpeace empfohlen.

#3 Zertifizierungen im Forst: PEFC im Interesse der Waldeigentümer

Das PEFC-Siegel wird vergeben, wenn die gesamte Herstellung – vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt – die Anforderungen erfüllt. In einem zweistufigen Verfahren wird zuerst die gesamte Region entsprechend der Voraussetzungen bewertet, dann folgt ein vereinfachtes Vergabeverfahren. Für Waldbesitzer gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung und bei einer Überprüfung durch einen der unabhängigen Zertifizierer müssen alle erforderlichen Daten zur Verfügung gestellt werden. Zertifiziert werden können hier auch forstliche Zusammenschlüsse. Die Kosten liegen bei einer Größe bis 50 Hektar bei 5 € pro Jahr, darüber sind es 0,16 € pro Hektar Wald und Jahr. Zwei Drittel der Waldflächen in Deutschland tragen das Zertifikat des PEFC. Das PEFC-Siegel ist mit seinen Standards näher an der Praxis, erfordert weniger Aufwand und keine aufwändigen Dokumentationspflichten, vereinfacht die Zertifizierung größerer Gebiete und wird so eher den Interessen der Waldeigentümer gerecht.

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