Forstarbeiter Holzernte-Tipps: Holzernte mit der richtigen Technik am Steilhang und Ernte bei Frost

Datum: 27.11.2018
Kategorie: Forstarbeit, Profi Tipps

Bei der Holzernte müssen verschiedene Faktoren beachtet werden. Neben der Struktur der Bestände, der Nachwuchssicherung und dem Bodenschutz, sind vor allem die Witterungsbedingungen und die Hangneigung wichtige Kriterien.

#1 Forstarbeiter Holzernte-Tipps: Holzernte ist wichtig für Forstwirtschaft und gesunde Wälder

In Zeiten des Klimawandels werden Wälder immer wichtiger. Stabile und leistungsfähige Mischwälder mit einer Vielfalt an Strukturen und Arten sorgen für eine bessere Ökobilanz und helfen der Umwelt. Durch eine nachhaltige Waldbewirtschaftung können vielfältige Strukturen erzeugt und mehr Licht und Wärme auf den Waldboden gebracht werden. Das sorgt für günstige Voraussetzungen und vitale Wälder. Einige gefährdete Pflanzenarten kommen zum Beispiel nur in bewirtschafteten Wäldern vor.

#2 Forstarbeiter Holzernte-Tipps: Frost im Winter sorgt für gute Erntebedingungen

Der Holzmarkt verändert sich zunehmend und Sägewerke fordern durch ganzjährige Produktion auch das ganze Jahr über Rohholz. Trotzdem sind nach wie vor die Monate, in denen die Bestände nicht belaubt sind, optimal für die Holzernte. Frost im Winter erleichtert noch dazu die Arbeit. Wenn die Temperaturen einige Tage unter 0 bleiben, wird auch die Ernte in schwierigen Waldbereichen möglich. Ernte- und Transportmaschinen hinterlassen außerdem auf gefrorenen Wegen weniger schädigende Spuren.

Kalte Temperaturen sind also besser für Wald und Maschinen, allerdings können Frost, Schnee oder Nässe für Menschen gefährlich werden. Auf rutschigem Untergrund oder Laub im Herbst erhöht sich die Sturzgefahr deutlich.

#3 Forstarbeiter Holzernte-Tipps: Unfälle vermeiden bei der Holzernte am Steilhang

Auch an steilen Hängen kann die Holzernte schnell gefährlich werden, wenn nicht die richtige Technik und entsprechende maschinelle Sicherungsmaßnahmen eingesetzt werden.

Dabei kommt es zudem auf die Holzart an: Während Nadelbäume meist leicht zum Hang geneigt stehen, sind Laubbäume oft zur Talseite hin stärker entwickelt. Deshalb müssen diese Bäume bergab immer als Vorhänger gefällt werden, als Normalbaum empfiehlt sich die Halte- bzw. Stützbandtechnik. Ein Merkblatt zu verschiedenen Fälltechniken und Schnitten findet ihr hier.

Besonders bei hoher Steigung werden Forstspezialmaschinen eingesetzt, um Holz mit geringerem Unfallrisiko zu ernten. Raupenharvester können zwar in engen Rückegassen umliegenden Bäumen und dem Boden schaden, ernten aber auch am Steilhang problemlos Holz. Auch Seilkräne eignen sich zum Einsatz in schwer zugänglichem und steilem Gelände.

Eine weitere Sicherungsmethode für die Holzernte am Steilhang sind mobile Fangnetze, die Häuser und Straßen unterhalb der Hangfläche vor Geröll und Holzstücken schützen. Solche Netze können gemietet werden und können vom zuständigen Fachpersonal innerhalb von ca. 2 – 3 Stunden auf-, ab- oder umgehängt werden.

Besonders aufpassen müsst ihr bei Totholz, denn morsche Baumteile brechen schon bei leichten Berührungen ab und abgestorbene Bäume fallen oft mit Zeitverzögerung unkontrolliert um.
Auch Kronenteile können zu lebensgefährlichen Unfällen führen. Deshalb immer frühzeitig zurücktreten, den Kronenraum beobachten und Schlagpausen einlegen. Bäume mit hohem Gefahrenpotenzial besser aus sicherer Entfernung mit der Seilwinde zu Fall bringen.

 

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