Artenvielfalt im Nadelwald

Datum: 27.11.2019
Kategorie: Waldwissen

Während der Klimawandel den Wald vor neuen Bedingungen stellt, sind viele Förster noch nicht ausreichend auf das Waldsterben 2.0 vorbereitet. Zwar ist die Notwendigkeit des Mischwaldes sowie der Waldverjüngung mittlerweile ins Bewusstsein von Politik und privaten Förstern vorgedrungen, jedoch fehlt es oftmals an konkreten Tipps und Hinweisen, um den Wald optimal auf die Zukunft vorzubereiten.

#1 Die richtigen Baumarten für einen stabilen Mischwald

Die Bundeswaldinventur schätzt die bewaldete Fläche Deutschlands auf 11,4 Millionen Hektar, was etwa einem Drittel der Landesfläche entspricht. In Bayern aber sind allein 260.000 Hektar reine Fichten- und Kiefernbestände vorzufinden, die nicht klimastabil sind und unter dem starken Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer in die Knie gezwungen werden. Was also tun, wenn der Wald zu einem Großteil aus Fichte besteht? Da die Fichte noch immer einer der wichtigsten Holzlieferanten ist, kann die Baumart nicht so einfach ersetzt werden. Vor allem sollten Sie damit vorsichtig sein, Baumarten wie Douglasie, Roteiche oder Robinie aufzuforsten. Denn die nicht heimischen Baumarten können aufgrund ihrer geringen ökologischen Einbindung problematisch für das Waldökosystem und seine Artenvielfalt sein.

Sinnvoller ist es, auf die 30 heimischen Baumarten unter anderem die resistente Tanne, Buche und Eiche zurückzugreifen und den Wald mit so wenig Eingriffen wie möglich wirtschaftlich zu nutzen. Denn geschlossene Bestände sind widerstandsfähiger und kreieren das typisch kühl-feuchte Waldklima. Erklärbar ist dies durch die natürliche Auslese, die entscheidet, aus welchem Spross ein Baum wird. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich vor allem die Bäume durchsetzen, die widrigen Bedingungen standhalten. Hinzukommt, dass in den immer häufiger vorkommenden Extremsommern gepflanzte Bäume im Gegensatz zu selbst gekeimten Bäumen eine geringere Überlebenschance haben. Zwar wachsen dadurch auch weniger gewünschte Baumarten, jedoch sollte hier der Erhalt des Waldes im Vordergrund stehen.

#2 Naturverjüngung und Aufforsten bedarf Zeit

Problematisch ist, dass eine natürliche Waldverjüngung kaum planbar und unmöglich umsetzbar ist, wenn die gewünschten Baumarten noch nicht vorhanden sind. Deshalb werden oftmals zusätzlich zur natürlichen Waldverjüngung Setzlinge gepflanzt. Die Auswahl der Pflanzen hängt dabei vom Standort des Waldes ab: So sollte es zum Beispiel im Gebirge ein Bergmischwald sein. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an. Es hat sich gezeigt, dass die Herbst-Pflanzungen aufgrund der Winterfeuchte günstiger sind. Allerdings könnte sich dies mit den zunehmend heißen Sommern, die die Erde hart werden lassen wie Beton, ändern. Damit wären dann die Frühlingsmonate nach einem verregneten Winter der beste Zeitpunkt, die Setzlinge zu pflanzen. Kahle Stellen im Wald, die durch Schädlingsbefall oder Stürme entstanden sind, eignen sich gut, um neue Bäume zu platzieren. Wichtig ist dann die richtige Pflege, damit die Mischbaumarten auch erhalten bleiben.

#3 Waldnachwuchs richtig schützen

Häufig leiden die Bäume nicht nur unter den klimatischen Bedingungen, sondern auch unter Verbiss durch Hirsche und Rehe Im Gegensatz zum Rotwild kommen Rehe flächendeckend vor und fressen gerne die Weißtanne, im Laubwaldgebiet auch die Eiche oder die Elsbeere. Damit tragen sie zu einer Entmischung der Wälder bei. Um das zu verhindern, sind mancherorts Schutzmaßnahmen wie Zäune und Wildverbissschutzmittel sinnvoll.

 

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